Was braucht es, um Herzenswünsche für Kinder und Jugendliche zu erfüllen? Menschen, die sich mit viel Engagement dafür einsetzen – hauptamtlich, aber auch im Ehrenamt. Denn freiwillige Helferinnen und Helfer sind ein wichtiger Teil von Aktion Kindertraum. Sie unterstützen bei Veranstaltungen, helfen regelmäßig im Büro oder packen dort mit an, wo gerade helfende Hände gebraucht werden.

Wie vielfältig dieses Engagement ist, zeigt sich, wenn man unserer Ehrenamtskoordinatorin Helga Berndmeyer über die Schulter schaut. Rund 25 Ehrenamtliche gehören zu dem Kreis, den sie betreut. Etwa zwölf bis 15 von ihnen engagieren sich regelmäßig, andere kommen gelegentlich dazu – ganz so, wie es zu ihrem Leben und ihren zeitlichen Möglichkeiten passt.
Und genau das ist ein wichtiger Grundgedanke des Ehrenamts bei Aktion Kindertraum. Alles kann, nichts muss.
Ehrenamt, das zum eigenen Leben passt
Regelmäßig jede Woche helfen? Einmal im Monat? Oder lieber bei einer einzelnen Veranstaltung mit anpacken? Bei Aktion Kindertraum gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu engagieren.
„Ohne unsere Ehrenamtlichen könnten wir die Vielfalt unserer Veranstaltungen gar nicht abdecken“, sagt Helga. Gerade große Events wie die Nicolas Kiefer Golf Charity wären ohne freiwillige Unterstützung in dieser Form kaum denkbar.

Dabei muss sich niemand verpflichten, eine bestimmte Anzahl an Einsätzen zu übernehmen. Wer Zeit und Lust hat, meldet sich. Dieses flexible Prinzip funktioniert. Viele Ehrenamtliche begleiten Aktion Kindertraum bereits seit Jahren, einige sogar seit Jahrzehnten.
Auch beim Alter gibt es eine erstaunliche Bandbreite. Die jüngste Ehrenamtliche ist 15 Jahre alt, die älteste 82.
Was sollte man mitbringen? Vor allem Freude am Umgang mit anderen Menschen. Offenheit, Interesse, Empathie und eine positive Ausstrahlung sind für Helga wichtiger als besondere Vorkenntnisse. „Spaß am Umgang mit anderen Menschen ist elementar für diese Tätigkeit“, sagt sie.
Wie wird man bei Aktion Kindertraum ehrenamtlich aktiv?
Manche Interessierte entdeckten Aktion Kindertraum über die Freiwilligenbörse des Freiwilligenzentrums Hannover, andere über unsere Homepage oder die sozialen Medien.

Wer interessiert ist, führt meist zunächst ein Telefonat mit Helga. Dabei geht es weniger um einen klassischen Bewerbungsprozess als vielmehr um die Frage, was der Person Freude macht und in welchem Rahmen sie sich einbringen möchte.
Vielleicht ist die Unterstützung bei Veranstaltungen genau das Richtige. Vielleicht liegt jemandem eine Tätigkeit im Büro mehr. Wer aus Hannover oder der Umgebung kommt, kann Aktion Kindertraum bei einem Besuch kennenlernen, die Räume sehen und mit den Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch kommen.
Denn ehrenamtliches Engagement soll nicht nur helfen – es soll auch zu dem Menschen passen, der seine Zeit zur Verfügung stellt.
Von der Spielstation bis zum Infostand
Wie unterschiedlich die Aufgaben sein können, zeigt sich besonders bei Veranstaltungen. Neue Ehrenamtliche helfen beispielsweise an Spielstationen oder bei einer Tombola. Wer Aktion Kindertraum bereits gut kennt, kann Besucherinnen und Besucher auch über unsere Arbeit und die Herzenswunscherfüllungen informieren.

Helga kennt viele der Ehrenamtlichen inzwischen seit Jahren. Dadurch weiß sie, wer gerne mit Menschen ins Gespräch kommt, wer besonders gut organisieren kann oder wer lieber im Hintergrund dafür sorgt, dass alles funktioniert.
Dieses Wissen hilft ihr bei der Einsatzplanung. Denn Ehrenamtskoordination bedeutet nicht einfach, möglichst viele Namen in einen Dienstplan einzutragen. Vielmehr geht es darum, Menschen und Aufgaben zusammenzubringen.
Wenn aus wenigen plötzlich 300 werden
Welche Dimension ehrenamtliches Engagement annehmen kann, zeigte sich beim FUN-Kinderfestival in Hannover besonders eindrucksvoll.
Über einen Aufruf bei Radio ffn wurden innerhalb kurzer Zeit rund 200 Ehrenamtliche gewonnen. Insgesamt waren beim Festival schließlich etwa 300 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Einige reisten sogar aus ganz Niedersachen und Bremen an.

Die Organisation dahinter war entsprechend umfangreich. Fünf bis sechs Wochen vor dem Festival begann die konkrete Planung. Die Ehrenamtlichen konnten sich für verschiedene Spielstationen melden, wurden den Bereichen zugeordnet und erhielten vor der Veranstaltung alle wichtigen Informationen.
Für Helga hieß das: Listen führen, E-Mails schreiben, Aufgaben verteilen… Und vor allem auch dann den Überblick zu behalten, wenn sich kurzfristig etwas änderte.
„Einen kühlen Kopf bewahren und Stress nicht nach außen kehren“, beschreibt sie das, worauf es in solchen Situationen ankommt.
Ohne Ehrenamtliche wäre vieles nicht möglich
Auch heute gibt es Veranstaltungen, bei denen ehrenamtliche Unterstützung unverzichtbar ist. Teilnahmen an Sommerfesten, z.B. beim Landesbildungszentrums für Blinde, Fachmessen oder Zusammenkünften in Kinderhospizeinrichtungen des Bundesverband Kinderhospiz e.V. werden gelegentlich durch Ehrenamtliche unterstützt. Aktion Kindertraum ist zudem jedes Jahr beim Sommerfest der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover und bei der infa vertreten.

Ein besonders großes Ereignis ist alle zwei Jahre die Nicolas Kiefer Golf Charity zugunsten von Aktion Kindertraum.
Die Vorbereitungen beginnen bereits Monate zuvor. Etwa acht Wochen vor dem Termin werden die Ehrenamtlichen gefragt, wer dabei sein kann. Am Veranstaltungstag selbst gibt es zahlreiche Aufgaben: Teilnehmende registrieren, T-Shirts ausgeben, Challenges betreuen oder im Halfway-Zelt unterstützen.
Am Abend geht es mit Tombola und Preisverleihung weiter. Ehrenamtliche verkaufen Lose und geben Gewinne aus. Manche Helferinnen und Helfer sind dabei gemeinsam mit dem hauptamtlichen Team von frühmorgens bis spätabends im Einsatz.
Das Ziel dieses Engagements bleibt dabei immer dasselbe: Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Arbeit von Aktion Kindertraum zu schaffen und damit weitere Herzenswünsche möglich zu machen.
Ehrenamt findet auch im Büro statt
Dass freiwilliges Engagement keineswegs nur bei großen Veranstaltungen stattfindet, zeigt Regina. Seit zwei Jahren unterstützt die 52-Jährige Aktion Kindertraum regelmäßig. Einmal pro Woche fährt sie aus Wennigsen in der Region Hannover ins Büro am Opernplatz – meistens rund 50 Minuten mit dem E-Bike.

Vier Stunden arbeitet sie dann bei Aktion Kindertraum und übernimmt Aufgaben, die für die tägliche Arbeit wichtig sind.
Unter anderem legt sie neu eingegangene Herzenswünsche in der Datenbank an. Die dazugehörigen Kontakte werden verknüpft und wichtige Absprachen mit den Familien so hinterlegt, dass die Kolleginnen und Kollegen darauf zugreifen können. Damit schafft Regina eine wichtige Grundlage für die spätere Wunscherfüllung.
Außerdem erstellt sie erste Textentwürfe für unsere Webseite, die über neue Herzenswünsche berichten, übernimmt Recherche- und Ablagearbeiten oder aktualisiert Kontaktdaten.

Und manchmal verschickt sie sogar ganz besondere Post: Twinkys, die Maskottchen von Aktion Kindertraum. Sie werden ebenfalls ehrenamtlich genäht und begleiten viele unserer Wunschkinder. In besonderen Fällen macht sich zusätzlich eines unserer größeren Seelenpferdchen auf den Weg.
So führt ehrenamtliches Engagement an ganz unterschiedlichen Stellen unmittelbar zu den Kindern und Familien, für die Aktion Kindertraum da ist.
„Ich wollte etwas Sinnvolles machen“
Warum nimmt Regina sich Woche für Woche diese Zeit?
„Ich habe etwas gesucht, wo ich etwas Sinnvolles leisten kann“, erzählt sie. „Ich habe selbst immer viel Hilfe bekommen und jetzt möchte ich auch etwas zurückgeben.“
Als Mutter von vier Kindern hat sie selbst erlebt, wie wertvoll Unterstützung sein kann. Besonders in Krankheitsphasen halfen Nachbarn und Freunde ihrer Familie.
Heute möchte sie etwas davon weitergeben.

Reginas Engagement zeigt zugleich, wie individuell die Beweggründe für ein Ehrenamt sein können. Alle möchten ihre Zeit dabei sinnvoll einsetzen. Manche legen den Fokus darauf, andere neue Menschen kennenzulernen, möchten eigene Fähigkeiten einbringen oder einfach etwas von der Unterstützung zurückgeben, die sie selbst einmal erfahren haben.
Ehrenamt lebt von Wertschätzung
Wer seine Freizeit für andere Menschen einsetzt, schenkt etwas besonders Wertvolles. Wer sich ehrenamtlich engagiert schenkt Zeit!
Deshalb gehört bei Aktion Kindertraum zum Ehrenamt mehr als der nächste Einsatz. „Es ist auf jeden Fall wichtig, dass man sich nicht nur dann trifft, wenn die Ehrenamtlichen aktiv sind“, sagt Helga.
Einmal im Jahr gibt es eine Dankeschön-Feier mit gemeinsamem Grillen. Hinzu kommen Treffen im Büro – und manchmal schaut jemand auch einfach spontan vorbei.

Aus dem gemeinsamen Engagement sind über die Jahre persönliche Verbindungen und sogar Freundschaften entstanden. Einige Ehrenamtliche treffen sich inzwischen auch regelmäßig privat.
Wie eng die Verbundenheit sein kann, zeigte sich beispielsweise bei den Jubiläen zum 20- und 25-jährigen Bestehen von Aktion Kindertraum. Einige Ehrenamtliche nahmen sich extra Urlaub, um die Jubiläumstouren zu begleiten.
Gemeinsam Zeit schenken und Herzenswünsche ermöglichen
Ob einmal im Jahr bei einer großen Veranstaltung oder jede Woche für einige Stunden im Büro – Ehrenamt kann viele Formen haben.
Es braucht dafür keine perfekte Vita und kein bestimmtes Alter. Viel wichtiger sind Freude am Umgang mit Menschen, Offenheit und der Wunsch, sich für eine gute Sache einzusetzen.

Und vielleicht ist gerade die Freiheit ein Grund dafür, dass uns viele unserer Ehrenamtlichen über so lange Zeit begleiten. Jeder entscheidet selbst, wann, wo und wie viel er oder sie beitragen möchte.
Alles kann, nichts muss.
Aus vielen einzelnen Stunden, vielen unterschiedlichen Fähigkeiten und vielen helfenden Händen entsteht so etwas Gemeinsames. Und am Ende trägt jeder einzelne Einsatz dazu bei, dass Aktion Kindertraum das tun kann, worum es seit mehr als 25 Jahren geht: Kindern und Jugendlichen in besonderen Lebenssituationen ihren ganz persönlichen Herzenswunsch zu erfüllen.