Twinky nähen – mit Nadel, Herz und Liebe

Haben Sie schon einmal von Twinky gehört? Unser kleiner Stern ist das Maskottchen von Aktion Kindertraum – und für viele Kinder, deren Herzenswunsch erfüllt wird, ein ganz besonderes Geschenk. Jeder einzelne Twinky wird mit Nadel, Herz und viel Liebe genäht und begleitet die Kinder als treuer, weicher Freund.

Selbst bei Leons Training auf dem Galileo ist Twinky mit dabei.

Sind Sie selbst gerne an der Nähmaschine aktiv und suchen nach einem Projekt mit Sinn? Dann lohnt sich das Weiterlesen für Sie doppelt – denn hinter Twinky steckt nicht nur ein Schnittmuster, sondern eine wunderbare Gemeinschaft.

Wie alles begann

Ein Schnittmuster für Twinky gibt es schon lange, und einige genähte Sterne haben uns über die Jahre hinweg begleitet. Als Beate im Jahr 2022 bei Aktion Kindertraum anfing, griff sie genau dieses Schnittmuster auf und nähte ihren ersten eigenen Twinky.

Später wurde uns klar: Wir möchten jedem Wunschkind einen Twinky mit auf den Weg geben. Dafür brauchte es mehr helfende Hände.

Wo setzt man die Nadel an?
Sitzen Arme und Beine an der richtigen Stelle, wenn der Stoff von links auf rechts gedreht wird?

Beate startete ganz naheliegend: Sie fragte unsere ehrenamtlichen Helfer.
Heute unterstützt sie die Näherinnen und Näher ganz praktisch: Sie verschickt Stoffe, das Schnittmuster und eine Anleitung, sodass alle direkt loslegen können.

Und weil Beate selbst immer noch Twinkys näht, wann immer sie Zeit findet, weiß sie ganz genau: Es ist gar nicht so einfach, die Arme und Beine an die richtigen Stellen anzunähen – ein kleiner kniffliger Moment, den wohl jede Näherin kennt. Und eine Naht wieder auftrennen musste auch schon jede noch so erfahrene Näherin.

Ran an die Nadel – vom ersten Stich zur großen Bewegung

Eine der ersten, die zur Nadel griff, war Marina Winkelmann – ebenfalls ehrenamtlich bei uns engagiert. Und wie so oft, wenn etwas von Herzen kommt, wuchs die Idee weiter.

Heute nähen viele kreative Menschen Twinkys:

  • Einzelpersonen zwischen 8 und 90 Jahren
  • Engagierte kirchlich oder weltlich organisierte Gruppen
  • liebenswürdige Initiativen wie Die Nähengel e.V.

Besonders berührend ist die Geschichte unserer ältesten Näherin Maria Iochim: Mit 90 Jahren und als gelernte Schneidermeisterin hat sie bereits über 100 Twinkys gefertigt. Ihre Enkelin hatte unseren Aufruf auf Instagram entdeckt und ihre Oma gefragt, ob sie Lust hätte mitzumachen – zum Glück hatte sie!

Maria Iochgrim nähte mit ihren 90 Jahren schon mehr als 100 Twinkys.

Und auch eine Mutter, deren eigenes Kind einen Twinky bekommen hat, ist Teil dieser besonderen Gemeinschaft.
„Wir sind Ihrem ganzen Team und den vielen Spenden sehr dankbar, dass Sie unserem Sohn seinen größten Wunsch nach einem Assistenz-Hund erfüllen. Daher möchte ich gerne eine Kleinigkeit zurückgeben und würde gerne beim Nähen der Twinkys unterstützen.“

Aus Dankbarkeit und Verbundenheit hat sie selbst Twinkys für andere Kinder genäht – ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich Freude und Hoffnung in einem emotionalen Kreislauf weitertragen lassen.

So wie ihr Sohn mit seinem Assistenzhund, kuscheln auch die von einer dankbaren Mutter genähten Twinkys miteinander.

Darüber hinaus gibt es auch einige Therapeutinnen und Therapeuten, die im Rahmen ihrer Ausbildung Twinkys nähen. In dieser Gruppe findet sich übrigens auch der einzige Mann unter unseren Nähern – ein Ergotherapeut, der mit viel Engagement dabei ist.

Selbst in der Schweiz näht inzwischen eine Gruppe Jugendlicher Twinkys. Aufmerksam geworden auf die Aktion sind sie durch eine Kirchliche Frauenhilfsvereinigung – schön zu sehen, wie sich die Idee über Generationen und Länder hinweg verbreitet.

Einblicke in die Näharbeit

Fast alle Näherinnen haben uns Fotos ihrer Arbeitsplätze und von der Herstellung der Maskottchen gesandt. Sie zeigen eindrucksvoll, wie wichtig eine gute Vorbereitung beim Nähen ist – vom sorgfältigen Zuschneiden bis hin zur liebevollen Auswahl der Materialien.

Gute Vorbereitung ist alles!

Auch Katharina Obenhaus unterstützt uns tatkräftig: Über ihre Tochter Anna Neufeld, eine weitere Ehrenamtliche von Aktion Kindertraum, hat sie uns bereits viele fertige Twinkys zukommen lassen. Sie hatte große Freude beim Nähen und hofft, damit viele Wunschkinder glücklich zu machen.

Katharina Obenhaus mit ihrer Kollektion an Twinkys.

Regina Denker näht ebenfalls von Herzen gern und verleiht ihren Twinkys ganz besondere Details – zum Beispiel kleine eingenähte Glöckchen, die den Sternen eine zusätzliche, niedliche Note geben. Auch sie hatte viel Freude beim Nähen und wünscht sich, dass ihre Twinkys vielen Kindern ein Lächeln schenken.

Regina Denker brachte uns ihre genähten Twinkys selbst ins Büro.

Jeder Twinky ist einzigartig

Obwohl alle Twinkys nach dem gleichen Schnittmuster entstehen, gleicht kein Stern dem anderen. Jede Näherin und jeder Näher bringt eigene Ideen ein und verleiht dem Twinky eine ganz persönliche Note.

Die Gesichter der Sterne werden dabei mit verschiedenen Techniken gestaltet: Sie werden gestickt, genäht oder geplottet – jede Variante verleiht dem Twinky einen eigenen Ausdruck und Charakter.

Manche Sterne tragen kleine Mützen oder haben Socken an, andere unterscheiden sich durch ihren individuellen Gesichtsausdruck. Viele werden zusätzlich mit hübschen Accessoires gestaltet – etwa mit kleinen Ketten oder Ohrringen.

Unterschiedliche Mützen oder Socken – die Twinkys kommen auf vielfältige Art bei uns an.

Dabei ist uns eines besonders wichtig: Sicherheit steht immer an erster Stelle. Es dürfen keinerlei Kleinteile verwendet werden, die verschluckt werden könnten. Wenn beispielsweise Augen aus Kunststoff eingesetzt werden, achten wir darauf, dass es sich ausschließlich um geprüfte Sicherheitsaugen handelt.

Neue Twinkys aus Tübingen

Ganz besonders gefreut haben wir uns über wundervolle neue Twinkys aus Tübingen – vom KI Maker Space. Dieser außerschulische Lernort bietet Kindern, Schülern und jungen Erwachsenen einen offenen Raum, um sich mit Technik auseinanderzusetzen, zu experimentieren und kreativ zu werden.

Während der OpenLab-Zeiten können alle Interessierten die Geräte in den Werkstätten frei nutzen – so auch in der Nähwerkstatt. Dort wurde das Twinky-Nähen als Projekt angeboten, und wer Lust hatte, durfte selbst einen Twinky gestalten.

Die meisten der entstandenen Sterne wurden von Mädchen im Alter zwischen 8 und 11 Jahren genäht. Für einige war es sogar das erste größere Nähprojekt überhaupt. Umso schöner war es zu sehen, wie sie Schritt für Schritt den Umgang mit der Nähmaschine gelernt haben – und dabei gleichzeitig etwas ganz Besonderes für andere Kinder geschaffen haben.

Gemeinsam statt allein

Was diese Aktion so besonders macht, ist das Miteinander. Viele Gruppen organisieren sich richtig professionell und teilen die Arbeit auf:

  • Zuschneiden
  • Nähen
  • Füllen
  • Verzieren

So entsteht aus vielen kleinen Handgriffen ein fertiger Twinky – und jeder trägt ein Stück Herz in sich.

Die Frauen der Kirchenvereinigung teilen ihre Arbeit in einer „Nähstraße“ auf. Einige schneiden zu, andere füllen und wieder andere sticken oder nähen zusammen.

Warum Twinky nähen so besonders ist

Nähen ist für viele von uns mehr als ein Hobby. Es ist Kreativität, Entspannung – und manchmal auch ein Weg, etwas Gutes zu tun.

Einig sind sich alle Näherinnen darin, dass sie mit jedem Stich etwas Gutes bewirken – oft gemeinsam mit anderen. Viele sind leidenschaftliche Näherinnen und freuen sich darüber, ein konkretes Projekt zu haben, bei dem ihre Fähigkeiten gebraucht werden. Und vor allem: Es macht Spaß und bringt gute Laune.

Gute Laune bringt der Twinky auch den Kindern, an die wir ihn schicken. Die Kinder sind begeistert, schließen das Maskottchen schnell in ihr Herz und wählen ihn oft als ständigen Begleiter. So verwundert es nicht, dass Twinky mittlerweile schon im Disneyland, im Louvre, im Meer oder sogar bei der Luft- und Raumfahrttechnik unterwegs war.

Ihre Freude über den Twinky brachte die 14-jährige Mathilda nach ihrer Reise nach Paris auf besonders kreative Weise zum Ausdruck.

Auch im Alltag der Kinder ist er ein treuer Helfer: Er begleitet sie bei vielen Behandlungen – etwa bei Musik-, Reit- oder Hörtherapien oder bei Übungen auf der Galileo-Platte. Und bei vielen Kindern ist er jede Nacht mit im Bett.

Die ehrenamtlichen Näherinnen freuen sich auch immer wieder Bilder von den Kindern, die ihren Twinky liebgewonnen haben, auf Social Media oder unserer Webseite zu sehen. So wird die Freude geteilt und alle können erfahren, wie viel Glück ihre Arbeit schenkt.

Ein Twinky ist kein perfektes Industrieprodukt. Jeder ist ein Unikat. Jeder erzählt eine kleine Geschichte. Und genau das macht ihn für die Kinder so wertvoll.

Mach mit!

Wenn Sie Lust haben, Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu werden, dann schnappen Sie sich Stoff, Nadel und Füllwatte und melden sich bei Beate Herschel vom Aktion Kindertraum Team. Egal, ob Anfängerin oder Profi – jede helfende Hand zählt.

Denn am Ende ist es mehr als ein genähter Stern:
Es ist ein Zeichen von Mitgefühl, Hoffnung und Verbundenheit.

Beate mit einem von ihr genähtem Twinky.

Und wer weiß – vielleicht begleitet Ihr Twinky schon bald ein Kind auf seinem ganz persönlichen Traumweg.

Kontakt: Beate Herschel, b.herschel@aktion-kindertraum.de, 0511 47 394 393

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Michaela Nocke

Seit ich lesen kann, schreibe ich auch gern. Ich erinnere mich, dass ich als Kind bei meinem Großvater an einer alten Schreibmaschine Geschichten schrieb. Eine Zeit lang war ich Redakteurin unter anderem bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und einem Stadtteilmagazin. Im Jahr 2003 gab es die erste Begegnung mit den Mitarbeiterinnen von Aktion Kindertraum. Nach dem Ehrenamt und einem Mini-Job engagiere ich mich nun in Vollzeit mit viel Freude für Aktion Kindertraum. Neben den Wunscherfüllungen und der Spenderbuchhaltung betreue ich die Social-Media-Kanäle von Aktion Kindertraum und habe so wieder viel mit Texten zu tun.

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