Ehrenamt bei Aktion Kindertraum – gemeinsam Herzenswünsche möglich machen

Was braucht es, um Herzenswünsche für Kinder und Jugendliche zu erfüllen? Menschen, die sich mit viel Engagement dafür einsetzen – hauptamtlich, aber auch im Ehrenamt. Denn freiwillige Helferinnen und Helfer sind ein wichtiger Teil von Aktion Kindertraum. Sie unterstützen bei Veranstaltungen, helfen regelmäßig im Büro oder packen dort mit an, wo gerade helfende Hände gebraucht werden.

Ute Friese und Helga Berndmeyer stehen mit drei ehrenamtlichen Helfern an einem Infostand von Aktion Kindertraum.
Helga Berndmeyer (2. v. r.) und Ute Friese (Mitte) mit ehrenamtlicher Verstärkung bei einer Veranstaltung.

Wie vielfältig dieses Engagement ist, zeigt sich, wenn man unserer Ehrenamtskoordinatorin Helga Berndmeyer über die Schulter schaut. Rund 25 Ehrenamtliche gehören zu dem Kreis, den sie betreut. Etwa zwölf bis 15 von ihnen engagieren sich regelmäßig, andere kommen gelegentlich dazu – ganz so, wie es zu ihrem Leben und ihren zeitlichen Möglichkeiten passt.

Und genau das ist ein wichtiger Grundgedanke des Ehrenamts bei Aktion Kindertraum. Alles kann, nichts muss.

Ehrenamt, das zum eigenen Leben passt

Regelmäßig jede Woche helfen? Einmal im Monat? Oder lieber bei einer einzelnen Veranstaltung mit anpacken? Bei Aktion Kindertraum gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu engagieren.

„Ohne unsere Ehrenamtlichen könnten wir die Vielfalt unserer Veranstaltungen gar nicht abdecken“, sagt Helga. Gerade große Events wie die Nicolas Kiefer Golf Charity wären ohne freiwillige Unterstützung in dieser Form kaum denkbar.

Ein Jugendlicher im Rollstuhl schwingt den Golfschläger im Rahmen einer Ausgabe der Nicolas Kiefer Golf Charity
Auf dem Golfplatz im Einsatz: Klaus-Dieter, Christine, Ute Friese und Twinky (v.r.) während einer Nicolas Kiefer Golf Charity.

Dabei muss sich niemand verpflichten, eine bestimmte Anzahl an Einsätzen zu übernehmen. Wer Zeit und Lust hat, meldet sich. Dieses flexible Prinzip funktioniert. Viele Ehrenamtliche begleiten Aktion Kindertraum bereits seit Jahren, einige sogar seit Jahrzehnten.

Auch beim Alter gibt es eine erstaunliche Bandbreite. Die jüngste Ehrenamtliche ist 15 Jahre alt, die älteste 82.

Was sollte man mitbringen? Vor allem Freude am Umgang mit anderen Menschen. Offenheit, Interesse, Empathie und eine positive Ausstrahlung sind für Helga wichtiger als besondere Vorkenntnisse. „Spaß am Umgang mit anderen Menschen ist elementar für diese Tätigkeit“, sagt sie.

Wie wird man bei Aktion Kindertraum ehrenamtlich aktiv?

Manche Interessierte entdeckten Aktion Kindertraum über die Freiwilligenbörse des Freiwilligenzentrums Hannover, andere über unsere Homepage oder die sozialen Medien.

Gruppenfoto bei einem Ehrenamtseinsatz. Helfen mit bis zu 67 Jahren Altersunterschied.

Wer interessiert ist, führt meist zunächst ein Telefonat mit Helga. Dabei geht es weniger um einen klassischen Bewerbungsprozess als vielmehr um die Frage, was der Person Freude macht und in welchem Rahmen sie sich einbringen möchte.

Vielleicht ist die Unterstützung bei Veranstaltungen genau das Richtige. Vielleicht liegt jemandem eine Tätigkeit im Büro mehr. Wer aus Hannover oder der Umgebung kommt, kann Aktion Kindertraum bei einem Besuch kennenlernen, die Räume sehen und mit den Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch kommen.

Denn ehrenamtliches Engagement soll nicht nur helfen – es soll auch zu dem Menschen passen, der seine Zeit zur Verfügung stellt.

Von der Spielstation bis zum Infostand

Wie unterschiedlich die Aufgaben sein können, zeigt sich besonders bei Veranstaltungen. Neue Ehrenamtliche helfen beispielsweise an Spielstationen oder bei einer Tombola. Wer Aktion Kindertraum bereits gut kennt, kann Besucherinnen und Besucher auch über unsere Arbeit und die Herzenswunscherfüllungen informieren.

Ein Infostand auf einem Sommerfest.
Jede bringt sich in dem Maße ein, das individuell passt. Mögliche Aufgaben sind vielfältig.

Helga kennt viele der Ehrenamtlichen inzwischen seit Jahren. Dadurch weiß sie, wer gerne mit Menschen ins Gespräch kommt, wer besonders gut organisieren kann oder wer lieber im Hintergrund dafür sorgt, dass alles funktioniert.

Dieses Wissen hilft ihr bei der Einsatzplanung. Denn Ehrenamtskoordination bedeutet nicht einfach, möglichst viele Namen in einen Dienstplan einzutragen. Vielmehr geht es darum, Menschen und Aufgaben zusammenzubringen.

Wenn aus wenigen plötzlich 300 werden

Welche Dimension ehrenamtliches Engagement annehmen kann, zeigte sich beim FUN-Kinderfestival in Hannover besonders eindrucksvoll.

Über einen Aufruf bei Radio ffn wurden innerhalb kurzer Zeit rund 200 Ehrenamtliche gewonnen. Insgesamt waren beim Festival schließlich etwa 300 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Einige reisten sogar aus ganz Niedersachen und Bremen an.

Eine große Gruppe ehrenamtlicher Unterstützung beim Fun-Kinderfestival.
Das FUN-Kinderfestival fand in den Jahren 2008 bis 2017 in Hannover statt. Dank großer Unterstützung konnten in neun Ausgaben reichhaltige Angebote auf die Beine gestellt werden.

Die Organisation dahinter war entsprechend umfangreich. Fünf bis sechs Wochen vor dem Festival begann die konkrete Planung. Die Ehrenamtlichen konnten sich für verschiedene Spielstationen melden, wurden den Bereichen zugeordnet und erhielten vor der Veranstaltung alle wichtigen Informationen.

Für Helga hieß das: Listen führen, E-Mails schreiben, Aufgaben verteilen… Und vor allem auch dann den Überblick zu behalten, wenn sich kurzfristig etwas änderte.

„Einen kühlen Kopf bewahren und Stress nicht nach außen kehren“, beschreibt sie das, worauf es in solchen Situationen ankommt.

Ohne Ehrenamtliche wäre vieles nicht möglich

Auch heute gibt es Veranstaltungen, bei denen ehrenamtliche Unterstützung unverzichtbar ist. Teilnahmen an Sommerfesten, z.B. beim Landesbildungszentrums für Blinde, Fachmessen oder Zusammenkünften in Kinderhospizeinrichtungen des Bundesverband Kinderhospiz e.V. werden gelegentlich durch Ehrenamtliche unterstützt. Aktion Kindertraum ist zudem jedes Jahr beim Sommerfest der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover und bei der infa vertreten.

Ein Stand von Aktion Kindertraum auf einem Sommerfest.
Seit 2005 ist Aktion Kindertraum auf dem jährlichen Sommerfest der Spieloase der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover dabei.

Ein besonders großes Ereignis ist alle zwei Jahre die Nicolas Kiefer Golf Charity zugunsten von Aktion Kindertraum.

Die Vorbereitungen beginnen bereits Monate zuvor. Etwa acht Wochen vor dem Termin werden die Ehrenamtlichen gefragt, wer dabei sein kann. Am Veranstaltungstag selbst gibt es zahlreiche Aufgaben: Teilnehmende registrieren, T-Shirts ausgeben, Challenges betreuen oder im Halfway-Zelt unterstützen.

Am Abend geht es mit Tombola und Preisverleihung weiter. Ehrenamtliche verkaufen Lose und geben Gewinne aus. Manche Helferinnen und Helfer sind dabei gemeinsam mit dem hauptamtlichen Team von frühmorgens bis spätabends im Einsatz.

Das Ziel dieses Engagements bleibt dabei immer dasselbe: Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Arbeit von Aktion Kindertraum zu schaffen und damit weitere Herzenswünsche möglich zu machen.

Ehrenamt findet auch im Büro statt

Dass freiwilliges Engagement keineswegs nur bei großen Veranstaltungen stattfindet, zeigt Regina. Seit zwei Jahren unterstützt die 52-Jährige Aktion Kindertraum regelmäßig. Einmal pro Woche fährt sie aus Wennigsen in der Region Hannover ins Büro am Opernplatz – meistens rund 50 Minuten mit dem E-Bike.

Regina hilft bei Büroarbeit.
Regina suchte eine sinnvolle Möglichkeit, Hilfe zurückzugeben. Diese fand sie bei Aktion Kindertraum.

Vier Stunden arbeitet sie dann bei Aktion Kindertraum und übernimmt Aufgaben, die für die tägliche Arbeit wichtig sind.

Unter anderem legt sie neu eingegangene Herzenswünsche in der Datenbank an. Die dazugehörigen Kontakte werden verknüpft und wichtige Absprachen mit den Familien so hinterlegt, dass die Kolleginnen und Kollegen darauf zugreifen können. Damit schafft Regina eine wichtige Grundlage für die spätere Wunscherfüllung.

Außerdem erstellt sie erste Textentwürfe für unsere Webseite, die über neue Herzenswünsche berichten, übernimmt Recherche- und Ablagearbeiten oder aktualisiert Kontaktdaten.

Ein Twinky wird in ein Päckchen verpackt.
Ein Twinky geht auf Reisen. Jedes Wunschkind bekommt zusätzlich das Maskottchen von Aktion Kindertraum. Regina versendet sie regelmäßig per Post.

Und manchmal verschickt sie sogar ganz besondere Post: Twinkys, die Maskottchen von Aktion Kindertraum. Sie werden ebenfalls ehrenamtlich genäht und begleiten viele unserer Wunschkinder. In besonderen Fällen macht sich zusätzlich eines unserer größeren Seelenpferdchen auf den Weg.

So führt ehrenamtliches Engagement an ganz unterschiedlichen Stellen unmittelbar zu den Kindern und Familien, für die Aktion Kindertraum da ist.

„Ich wollte etwas Sinnvolles machen“

Warum nimmt Regina sich Woche für Woche diese Zeit?

„Ich habe etwas gesucht, wo ich etwas Sinnvolles leisten kann“, erzählt sie. „Ich habe selbst immer viel Hilfe bekommen und jetzt möchte ich auch etwas zurückgeben.“

Als Mutter von vier Kindern hat sie selbst erlebt, wie wertvoll Unterstützung sein kann. Besonders in Krankheitsphasen halfen Nachbarn und Freunde ihrer Familie.

Heute möchte sie etwas davon weitergeben.

Ein „Seelenpferdchen by Pepa“. Sie sind Trostspender, Mutmacher und kleine Lichtblicke in schweren Momenten.

Reginas Engagement zeigt zugleich, wie individuell die Beweggründe für ein Ehrenamt sein können. Alle möchten ihre Zeit dabei sinnvoll einsetzen. Manche legen den Fokus darauf, andere neue Menschen kennenzulernen, möchten eigene Fähigkeiten einbringen oder einfach etwas von der Unterstützung zurückgeben, die sie selbst einmal erfahren haben.

Ehrenamt lebt von Wertschätzung

Wer seine Freizeit für andere Menschen einsetzt, schenkt etwas besonders Wertvolles. Wer sich ehrenamtlich engagiert schenkt Zeit!

Deshalb gehört bei Aktion Kindertraum zum Ehrenamt mehr als der nächste Einsatz. „Es ist auf jeden Fall wichtig, dass man sich nicht nur dann trifft, wenn die Ehrenamtlichen aktiv sind“, sagt Helga.

Einmal im Jahr gibt es eine Dankeschön-Feier mit gemeinsamem Grillen. Hinzu kommen Treffen im Büro – und manchmal schaut jemand auch einfach spontan vorbei.

Gute Laune während eines Ehrenamtstreffens.
Helga Berndmeyer (2. v. r.) bei einem Ehrenamtstreffen

Aus dem gemeinsamen Engagement sind über die Jahre persönliche Verbindungen und sogar Freundschaften entstanden. Einige Ehrenamtliche treffen sich inzwischen auch regelmäßig privat.

Wie eng die Verbundenheit sein kann, zeigte sich beispielsweise bei den Jubiläen zum 20- und 25-jährigen Bestehen von Aktion Kindertraum. Einige Ehrenamtliche nahmen sich extra Urlaub, um die Jubiläumstouren zu begleiten.

Gemeinsam Zeit schenken und Herzenswünsche ermöglichen

Ob einmal im Jahr bei einer großen Veranstaltung oder jede Woche für einige Stunden im Büro – Ehrenamt kann viele Formen haben.

Es braucht dafür keine perfekte Vita und kein bestimmtes Alter. Viel wichtiger sind Freude am Umgang mit Menschen, Offenheit und der Wunsch, sich für eine gute Sache einzusetzen.

Drei gutgelaunte Mitarbeiterinnen im Rahmen einer Veranstaltung.
Langjährig verbunden, manchmal sogar über das ehrenamtliche Engagement hinaus.

Und vielleicht ist gerade die Freiheit ein Grund dafür, dass uns viele unserer Ehrenamtlichen über so lange Zeit begleiten. Jeder entscheidet selbst, wann, wo und wie viel er oder sie beitragen möchte.

Alles kann, nichts muss.

Aus vielen einzelnen Stunden, vielen unterschiedlichen Fähigkeiten und vielen helfenden Händen entsteht so etwas Gemeinsames. Und am Ende trägt jeder einzelne Einsatz dazu bei, dass Aktion Kindertraum das tun kann, worum es seit mehr als 25 Jahren geht: Kindern und Jugendlichen in besonderen Lebenssituationen ihren ganz persönlichen Herzenswunsch zu erfüllen.

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Lea Stanke

Schon als Schülerin habe ich meine Freude am Schreiben entdeckt und erste Artikel für die Cellesche Zeitung verfasst. Später schrieb ich für Heilpraxis über Heilpflanzen und verschiedene Krankheitsbilder. Auch heute begleitet mich das Schreiben noch, ebenso wie meine Begeisterung für Menschen, Geschichten und sinnstiftende Projekte. Beruflich arbeite ich heute im Fundraising sowie in der Akquise und Verwaltung von Fördermitteln, unter anderem auch für Aktion Kindertraum. Umso schöner ist es für mich, diese Tätigkeit mit meiner Leidenschaft für das Schreiben verbinden zu können und die besonderen Geschichten von Aktion Kindertraum mit anderen zu teilen.

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