„Luna hat mir schon dreimal das Leben gerettet!“ „Iago ist immer für mich da.“ Svea weiß als Diabetikerin genau, was sie ihrer Warnhündin Luna zu verdanken hat. Auch Luca möchte seinen Autismusbegleithund Iago nie wieder hergeben. „Der Hund gibt Luca Trost und emotionale Sicherheit“, hat seine Mutter beobachtet.
Für Menschen mit Behinderungen, Krankheiten oder Beeinträchtigungen leisten Assistenzhunde unbezahlbare Hilfe im Alltag.
In unseren beiden anderen Blog-Beiträgen über die Lebensretter auf vier Pfoten befassen wir uns mit der Ausbildung und den Fähigkeiten von Assistenzhunden.
In diesem Blog-Beitrag schauen wir vor allem darauf, welchen Anteil der Mensch hat, damit eine gute Mensch-Assistenzhunde-Gemeinschaft gelingt.

Für Eltern und die Familie entspannend
In erster Linie assistieren die Hunde ihrem Menschen, um im Alltag besser klar zu kommen. Hunde können die Emotionen ihres Menschen erkennen – selbst kleinste Veränderungen in Mimik, Stimme oder Körpersprache bleiben ihnen nicht verborgen. Sind sie bei Kindern oder Jugendlichen im Einsatz, dann ist der Hund ein Mitglied der Familie, das positiv auch auf die Eltern oder Geschwister wirken kann.
Für die Pflegefamilie von Sophie, die von den eigenen Eltern vernachlässigt als kleines Kind schwerste Herzoperationen überstehen musste, brachte die Labradoodel-Hündin Peppa erhebliche Erleichterung. Und „Peppa brachte das Glück in Sophies Leben“, weiß Ute Friese, Initiatorin und Geschäftsführerin von Aktion Kindertraum. Die Hilfsorganisation für Kinder und Jugendliche hatte die Ausbildung von Peppa zum PSB-Assistenzhunde für Menschen mit psychosozialen Beeinträchtigungen finanziert.

Wer den Hund bekommt, muss lernen
Ein Assistenzhund ist kein „fertiges Produkt“. Über die langwierige und kostspielige Ausbildung haben wir in den anderen Blog-Beiträgen hier und hier berichtet. Gerade deshalb ist es verständlich, dass auch die zukünftigen Halter viel über den Hund und sein Verhalten lernen. Die intensiven Schulungen sind meist in die Hundeausbildung mit eingebunden.
Inhalte sind:
- Kommunikation mit dem Hund
- Pflege, Fütterung und Gesundheitsvorsorge
- Umgang mit stressigen oder gefährlichen Situationen
- Notfallverhalten und Erste Hilfe für Hunde
- Verstärkung von erlernten Signalen
- Rechtliche Grundlagen (z. B. Zutrittsrechte in öffentlichen Gebäuden)
Ein Teil der Schulung finden in der Ausbildungsstelle statt. Ebenso kann es begleitete Trainings oder Erfahrungsaustausche in der Familie geben. Dort ist der Assistenzhund im Dienst und der Ausbilder erkennt schnell, wo Tier oder der Mensch sein Verhalten korrigieren sollte.


Wie sieht die ideale Mensch-Hund-Beziehung aus?
Eine gelungene Assistenzhund-Mensch-Beziehung basiert auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und emotionaler Bindung. Der Hund arbeitet nicht aus Zwang, sondern aus eigener Motivation und Einsatzfreude. Gleichzeitig braucht er:
- Ruhephasen und Freizeit
- Klare Kommunikation
- Liebevolle Konsequenzen und positive Verstärker
- Gelegenheiten zum Spielen und zum artgerechten Hundsein
„Der Hund und die Familie müssen zueinander passen“, das betont Carina Stanek immer wieder. Die erfahrene Trainerin von Assistenzhunden ist zugleich auch Heilpraktikerin für Psychotherapie und hat deshalb sowohl den Hund als auch seinen Menschen bzw. die Familie im Blick. „Eine echte Partnerschaft bedeutet, dass es Tier und Mensch gut geht“, so Stanek.
Passt ein Assistenzhund in unser Leben?
Für Familien oder alleinerziehende Elternteile, die über einen Assistenzhund nachdenken, sind etliche Fragen zu klären, denn das Zusammenleben mit einem Hund, kann den gewohnten Tagesablauf durchaus etwas umkrempeln. Hier einige Punkte, die dabei zu bedenken sind:
- Passt der Hund zu unserer Lebens- und Wohnsituation? Ist ein Haustier überhaupt erlaubt? Haben ich die nötige Zeit, um mit dem Hund täglich spazieren zu gehen?
- Möchten ich den Hund als feste Assistenz und als Mitbewohner für die nächsten 8 bis 12 Jahre. Traue ich mir zu, richtig mit einem Hund umzugehen?
- Bin ich bereit, mit dem Hund ein echtes Team zu werden – mit Vertrauen, Konsequenz und Geduld? Und mir ist klar, dass Reisen, Restaurantbesuche etc. mit Hund komplizierter sein können.
- Und dann noch die finanzielle Situation: Futter, Tierarzt, Versicherungen und anderes kosten eine ganze Menge Geld. Darüber sollten sich Familien ebenfalls Gedanken machen.
Wichtig ist bei Ihren Überlegungen, dass Sie das Gefühl haben, ein Assistenzhund macht auf lange Sicht das Leben Ihres Kindes sicherer und bereichert Ihre Familie.
Ein Assistenzhund für mein Kind – das sollten Sie beachten

Zugegeben, es sind eine ganze Menge Anforderungen für Menschen, die sich auf einen (Assistenz)Hund einlassen. Doch dem steht eine langjährige Partnerschaft voller Lebensfreude gegenüber.
1. Aktive Beteiligung der Eltern
Ein Assistenzhund bei Minderjährigen ist immer ein Familienprojekt. Eltern (oder gesetzliche Vertreter) müssen:
- die Hauptverantwortung übernehmen,
- konsequent im Training mitarbeiten,
- sich auf eine langfristige Bindung zum Hund einstellen.
2. Reife und Verhalten des Kindes
- Das Kind sollte alt genug sein, um mit dem Hund kommunizieren zu können (verbal oder nonverbal).
- Es darf den Hund nicht ängstigen oder gefährden – z. B. durch unkontrollierbares Verhalten oder plötzliche Aggression.
- Der Hund darf nicht als „Spielzeug“ behandelt werden, sondern als verlässlicher Freund.
3. Schutz des Hundes
Kinder können ihre Bedürfnisse oft nicht immer klar äußern – oder unterschätzen ihre Wirkung. Deshalb ist es die Aufgabe der Eltern, darauf zu achten, dass:
- der Hund genügend Ruhezeiten bekommt,
- nicht überfordert oder überstimuliert wird,
- Rückzugsmöglichkeiten hat,
- nicht als „dauerhafter Trostspender“ beansprucht wird.
4. Schule, Kita und Alltagseinbindung
Das ist im Vorfeld zu klären:
- Dürfen Hunde in die Schule oder Kita mitkommen?
- Gibt es Regeln für den Einsatz im Unterricht?
- Gibt es Unterstützung durch Lehrerinnen oder Schulbegleiterinnen?
Aufklärung im Umfeld sorgt für mehr Verständnis und Vertrauen
Es ist hilfreich, das Umfeld der Kinder mit einzubeziehen: Andere Kinder, Eltern, Erzieherinnen oder Lehrer kennen sich mit Assistenzhunden vielleicht nicht aus, manche haben vielleicht Angst vor einem Hund. Hier können Sie auf Elternabenden, Gesprächen mit den Lehrern Verständnis wecken. Vielleicht kann der Hundetrainer einmal mit einem Assistenzhund die Schule besuchen und zeigen, was für eine tolle Ausbildung diese vierbeinigen Helfer durchlaufen.
Assistenzhund: Lebensretter und Freund sowie Sicherheit und Antriebskraft fürs Leben
Ein Assistenzhund kann das Leben eines kranken oder behinderten Kindes deutlich erleichtern und erheblich bereichern. Die wunderbare Wirkung dieser verlässlichen Vierbeiner wirkt sich positiv auf die betroffenen Kinder, Jugendlichen und deren Familien aus. Sie wiederum muss bereit sein, dauerhaft mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen. Dann ist der Hund Freund, Motivator und Ruhepol zugleich.
„Für ein Kind mit besonderen Bedürfnissen kann ein Assistenzhund Ruhe, Sicherheit und Selbstvertrauen bringen. Fröhliche Antriebskraft fürs Leben, gerade bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder schweren Erkrankungen“, das hat Ute Friese von Aktion Kindertraum immer wieder beobachtet. Deshalb setzt sich die Geschäftsführerin der Hilfsorganisation dafür ein, dass Assistenzhunde grundsätzlich als Hilfsmittel im Sinne des §33 Fünftes Sozialgesetzbuchs (SGB V) anerkannt werden, damit sich die Krankenkassen an den Ausbildungskosten beteiligen.
Um betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu helfen, hat Aktion Kindertraum inzwischen für mehr als 100 Hunde die Ausbildungskosten übernommen. Denn wir kennen das irische Sprichwort:
„Ein Hund ist ein Herz auf vier Beinen.“