Die nächste Generation hält Einzug bei Aktion Kindertraum: Sina, die Tochter von Ute Friese, ist seit kurzem bei Aktion Kindertraum tätig. Nachdem sie ihren Bachelor und den Master erfolgreich absolvierte und danach als Agrarreferentin arbeitete, ist sie nun eine weitere, engagierte Wunscherfüllerin.
Lange Jahre war das Büro von Aktion Kindertraum in Hannover am idyllischen Pfarrlandplatz zu finden. Sina Friese, die Tochter von Gründerin und Geschäftsführerin Ute Friese, kann sich noch gut erinnern: „Nach der Schule bin ich oft in dem Büro gewesen, deswegen kenne ich von Kindesbeinen an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Aktion Kindertraum und ich habe hier und dort schon früher geholfen.“ Das kommt ihr nun mehr denn je zugute, denn für die 30-jährige Sina, in der niedersächsischen Hauptstadt geboren, schließt sich ein Kreis – sie arbeitet jetzt für die gemeinnützige Organisation, die ihre Mutter vor bald drei Jahrzehnten ins Leben gerufen hat.

Aber bevor Sina ihren Schreibtisch, nunmehr in der schönen Georgstrasse hinter der Staatsoper gelegen, bezog, ging sie ganz andere berufliche Wege. Wusste sie nach dem Abitur schon, was sie später werden wollte? „Nein, überhaupt nicht“, sagt Sina lächelnd, „meine Schwerpunkte waren Kunst, Deutsch und Spanisch, ich war sehr sprachfixiert durch meinen Papa, der Sprachen liebte.“ Was Sina jedoch genau wusste: Sie reiste sehr gern in die große weite Welt mit ihren Eltern. „Vor dem Abitur waren wir zum Beispiel in Chile. Durch die Reisen mit meinen Eltern wurde mir unser Planet eröffnet“, erinnert sich Sina. Und weil das Fernweh sie also rief, zog es sie nach dem Schulabschluss mit einer ihrer besten Freundinnen für sechs Monate ans andere Ende der Weltkugel, nach Neuseeland.

Erst der Bachelor, dann der Master
Work-and-Travel war nun angesagt. „Wir haben uns einen alten Van gekauft und haben Neuseeland durchquert, erkundeten das Land und arbeiteten zwischendurch immer wieder.“ Und dort ist sie dann zum ersten Mal in ihrem Leben mit der Landwirtschaft in Berührung gekommen. „Es hat sich ergeben, dass wir auf einer Rinderfarm gelandet sind und das Leben dort mit den Tieren und in der Natur hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen.“ Als sie nach dem halben Jahr aus Neuseeland in deutsche Gefilde zurückkehrte, stand ihr Entschluss fest: „Ich wollte Agrarwissenschaften studieren und ging 2015 an die Universität nach Bonn.“ Dort machte sie sodann 2018 ihren Bachelor of Science. Beim Studium hat Sina mithin keine Zeit verloren, die Haltung etwas konsequent durchzuziehen, was man zuvor systematisch durchdacht begonnen hat, liegt zweifellos in den Friese’schen Genen, besonders von Mutter Ute.

Und weil Sina eben nix von halben Sachen hält, wurde nach dem Bachelor der Master in Angriff genommen. „Aber ich hatte Lust auf eine andere Stadt“, und so zog es sie nach Göttingen zu ihrem speziellen Gebiet, den Nutztierwissenschaften. Sie denkt noch gern an ein Praktikum zurück: „Ich war in der Lamm-Zeit bei Deichschafen in Nordenham, da ist man auch ganz nah am Leben.“ Versteht sich von selbst, dass Sina sehr tierlieb ist, dazu später noch etwas mehr. So gern sie studierte – vom bisweilen unbeschwertem Uni-Leben hat sie nicht viel mitbekommen – die Corona-Pandemie hatte unseren Globus fest im Griff. Das änderte freilich nichts daran, das Master-Studium ohne irgendwelche Umschweife 2021 erfolgreich abzuschließen.
Planerisches und strukturierends Talent
Die nächste berufliche Station von Sina Friese folgte sogleich im Sommer desselben Jahres. „Ich bekam einen Job bei der Niedersächsischen Landjugend in Hannover.“ Jetzt war Sina Agrarreferentin, organisierte etwa Seminare für Landwirte, Betriebsbesichtigungen von verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben oder kümmerte sich um Erfahrungsaustausch mit anderen europäischen Ländern wie Österreich, der Schweiz oder Spanien. Ihr Spielfeld war allerdings noch weiter, so organisierte sie den alle zwei Jahre stattfindenden bundesweiten Berufswettbewerb der deutschen Landjugend. Nicht nur hier konnte sie ihr besonders ausgeprägtes planerisches und strukturierendes Talent einbringen. Wichtig ist Sina jedoch, dass ihre Eltern immer betont haben: „Ich kann meine eigenen Wege gehen. Es gab nie Druck mich in eine bestimmte Richtung entwickeln zu müssen.“

Weil Sina eben zu selbständigem Denken ermuntert wurde, kam sie 2025 zu dem Schluss, sich nicht auf Dauer bei der Landjugend zu sehen. Seit Dezember vergangenen Jahres ist sie jetzt Wunschkoordinatorin bei Aktion Kindertraum, sie freute sich sehr auf das Team, dass sie ja de facto von Kindesbeinen an kannte und mochte. „Es war schon fast so, als wäre ich nach Hause zurückgekehrt“, unterstreicht die neue Mitarbeiterin der Aktion Kindertraum Next Generation.
„Ob größere oder kleinere Aufgaben, die Dankbarkeit, die uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stets von den Betroffenen und ihren Familien entgegengebracht wird, ist riesig“, ob es nun etwa um ein IPad geht, eine Reittherapie oder eine komplizierte Reise, „die Menschen, deren Wünsche von Aktion Kindertraum erfüllt werden, sind immer wieder überglücklich, dass sich jemand um sie kümmert.“
Wunscherfüllerin – so sinnvolle und so schöne Arbeit
Und das ist es, was Sina an ihrer Arbeit fasziniert: „Die jeweiligen Wünsche werden wirklich von ganzem Herzen von uns erfüllt und sie werden von ganzem Herzen von den Kindern und Jugendlichen und deren Familien gelebt.“ Was sie außerordentlich freut, ist die Nachhaltigkeit der Wünsche, die sich nach ihrer Realisierung eben nicht verflüchtigen, sondern oft für immer im Gedächtnis haften bleiben. Wenn etwa eine Familie endlich einmal zusammen Zeit verbringen kann, im Playmobil FunPark, dort im Hotel übernachtet und zum ersten Mal überhaupt ein Frühstücks-Büfett genießen kann. „Dann weiß ich wie sinnvoll und schön meine Arbeit bei Aktion Kindertraum ist“, meint Sina.

Gleichwohl hat sie ebenfalls Wunscherfüllungen, „die einen natürlich nicht kalt lassen.“ Wie die aufwendige Organisation der Reise eines palliativ gepflegten Jungen mit seiner Mutter und einer Pflegerin für zwei Wochen nach Ägypten. „Er wollte so gern noch einmal in die Sonne“, erklärt Sina mit leiser Stimme, „das möchten wir ihm gern ermöglichen.“
Gerade ist Sina damit befasst für einen anderen schwerkranken Jungen eine Karte für ein Spiel mit dem Fußball-Weltstar Ronaldo herbeizuzaubern, „Es gibt da noch ein Testspiel im Juni, da bin ich dran.“ Und wir können sicher sein, Sina wird alles Mögliche in Bewegung setzten, konzentriert und auf den Punkt, um auch diesen Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.
Was schließlich noch zu berichten ist

Was macht die junge Frau in ihrer Freizeit? Selbstverständlich nach wie vor reisen, wie etwa 2025 nach Indien oder in diesem Jahr nach Portugal. Was sie künftig „auf jeden Fall“ noch mehr erkunden möchte, ist Kanada, dort war sie schon einmal mit ihrer Mutter und die skandinavischen Länder, inklusive des Archipels Spitzbergen zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol. Und wir sind Ihnen schließlich noch schuldig zu berichten, dass Sinas große Leidenschaft in der Nähe von Hannover steht, „Das ist mein Islandpferd Lotta mit dem ich zu gerne Zeit verbringe.“ Auch wenn’s im Winter mal matschig, kalt und dunkel wird, Sina und Lotta sind unzertrennlich, „Drei- oder viermal in der Woche bin ich bei Lotta“, erzählt die jüngste Mitarbeiterin von Aktion Kindertraum – eine Wunscherfüllerin wie sie im Buche steht.