Unter dem Titel „Mit dem Körper hören: Wie gehörlose Kinder ein Instrument lernen“ wurde jetzt eine TV-Dokumentation über das Projekt „Aus der Stille in den Klang!“ im NDR ausgestrahlt. Der Film kann in der NDR-Mediathek angeschaut werden.
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Der bisherige Höhepunkt des Projekts aus der Stille in den Klang: Ein Auftritt der Kinder im NDR-Funkhaus Hannover mit professionellen Musiker*innen der NDR-Radiophilharmonie.

In 45 Minuten berichten Autorin Jennifer Gunia und Autor Stefan Radüg über die gehörgeschädigten Kinder Antonio (11), Kim (11) und Samantha (12), die ein Cochlear-Implantat (CI) tragen und erstmals lernen, ein Instrument zu spielen. Fast zehn Monate lang begleitete ein Kamerateam dabei sowohl die Initiatorin und musikalische Leiterin des Projekts, Elena Kondraschowa, als auch die Kinder zuhause und in deren Musikunterricht.

Deutschlandweit einzigartiges Projekt
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Elena Kondraschowa (Foto vorne links), Mousse T. (einer der Botschafter des Projekts), Musiklehrerin Michaela Vesco, Projektleiterin Helga Berndmeyer und Ute Friese, GF und Gründerin von Aktion Kindertraum (hinten rechts, v. links). Hinten links: Julija Filimonova, Sozialpädagogin.

Das deutschlandweit einzigartige Projekt, an dem Schüler*innen der Hartwig-Claußen-Schule, einer Förderschule mit Schwerpunkt Hören – teilnehmen, die Geige oder Klavier spielen, wird gleichzeitig wissenschaftlich begleitet. Mit dabei sind Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat, die ärztliche Leiterin des Deutschen HörZentrums Hannover, sowie Privatdozentin Dr. rer. biol. hum. Angelika Illg, pädagogische Leitung des Deutschen HörZentrums Hannover, und Dr. Barbara Eßer-Leyding, Leiterin des Cochlear Implant Centrums Wilhelm Hirte in Hannover.

Langfristiges Ziel: CI-Kindern in ganz Deutschland zu helfen
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Elena Kondraschowa, Merdan, Chidubem, Sebastian Knauer (Botschafter des Projekts) Ute Friese und Mousse T. beim Üben (Foto von links) im Studio von Mousse T.

Warum Aktion Kindertraum das Projekt unterstützt, erklärt Ute Friese, Geschäftsführerin und Gründerin von Aktion Kindertraum, so: „Unser Ziel ist es, die besondere Methodik dieses Musikunterrichts künftig auch noch weiter zu verbreiten. Es geht um viele (hörgeschädigte) Kinder – und langfristig nicht nur um diese in Hannover. Wir lassen das Projekt deshalb wissenschaftlich begleiten, um nachweisen zu können, dass dieser Musikunterricht CI-Kindern wirklich hilft.

„Leuchtturm für die Wissenschaft“

Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat spricht von dem wahrscheinlich auch weltweit einmaligen Projekt als „Leuchtturm“ für die Wissenschaft und die Therapie von Ohrerkrankungen. Dass dieses Leuchtfeuer so hell aus Hannover erstrahlt, daran hätten Elena Kondraschowa und „ihre“ tollen Kindern einen Riesenanteil. Nach dem Konzert sagte Lesinski-Schiedat: „Ganz herzlichen Dank an alle, dafür, ein wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt von Aktion Kindertraum in einem emotional so warmen Rahmen erleben zu können!“

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Prof. Dr. med. Anke Lesinski-Schiedat (Foto links) im Interview mit Moderatorin Karoline Grothe, daneben Dr. rer. biol. hum. Angelika Illg (rechts).

Höhepunkt des Projekts bisher war ein gemeinsamer Auftritt der Kinder mit Konzert-Violonistin Elena Kondraschowa und professionellen Musiker*innen der NDR-Radiophilharmonie im Landesfunkhaus Hannover vor 400 Zuschauer*innen.

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Abschlussfoto nach dem Konzert mit allen Beteiligten auf der Bühne
Das Projekt „Aus der Stille in den Klang“

HINTERGRUND

Jeden Tag werden in Deutschland zwei gehörlose Kinder geboren. Das Cochlea-Implantat (CI), eine elektronische Hörprothese, schafft gehörlosen sowie höreingeschränkten Kindern einen Zugang zur Welt des Hörens. Mit dem CI musikalische oder rhythmische Muster wahrzunehmen, ist mühsam und nicht immer möglich. Der Zugang zum Musizieren bleibt somit oft verwehrt.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Das Projekt unterstützt eine neuartige – von Elena Kondraschowa – entwickelte Methodik des Musikunterrichts.

Im Projekt erhalten drei Gruppen je vier Kinder:

» Geigenunterricht

» Klavierunterricht

» normalen Unterricht (Vergleichsgruppe)

Dieser speziell ausgearbeitete Musikunterricht mit Geige und Klavier findet in einem Zeitraum von einem Jahr statt.

ZIELSETZUNG

Ziel des Projektes ist es, hörgeschädigten Kindern mit Cochlea-Implantat durch den Musikunterricht ein besseres und klangvolleres Hören zu ermöglichen. Denn besseres Hören erhöht nicht nur die Lebensqualität, sondern ermöglicht auch eine größere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Fähigkeit, ein Instrument zu spielen, eröffnet auch die Chance, gemeinsam mit normal Hörenden zu musizieren, Teil eines Orchesters zu sein und sich dort zu integrieren.

Das Projekt ist ein erster Schritt, um darauf aufbauend eine Studie erstellen zu können.

Weitere Ziele des Projekts sind:

» das Erlernen eines Musikinstruments

» die Entwicklung eines musikalischen und rhythmischen Gefühls

» die Förderung der geistigen Entwicklung des Kindes wie beispielweise Konzentrations-und/oder Sprachfähigkeit

» die verbesserte Integration in die Gesellschaft

 

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

Einen Erklär-Film darüber gibt es hier.