Liebe Freundinnen und Freunde von Aktion Kindertraum,
„Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment leuchtet das Leben hindurch“, das ist ein Aphorismus des österreichischen Schriftstellers Franz Grillparzer (1791 – 1872). Und er passt perfekt zu den Reisen, die ich in letzter Zeit für Aktion Kindertraum quer durch unsere Republik unternommen habe. Ach, eigentlich passt er nicht nur dazu, sondern insgesamt zu meinem Engagement für Aktion Kindertraum seit weit über zwei Jahrzehnten. In dieser Zeit durfte ich so viele schöne, ergreifende und ermutigende Momente erleben, an die ich mich nur zu gern erinnere, gerade in diesen für uns alle bewegten und teilweise beunruhigenden Zeiten. Da hilft es einfach an schöne Momente zu denken, die ein Leben lang wirken.

Der Neujahrsempfang des großen, privaten niedersächsischen Senders Radiosenders ffn findet traditionell tatsächlich erst statt, wenn das neue Jahr schon begonnen hat. Im ffn-Funkhaus trifft sich dann Prominenz aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen – etwa aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Medien oder Sport – zum großen „Sehen-und-Gesehen-Werden“. Der Ministerpräsident von Niedersachsen, Olaf Lies, begrüßte die 400 Gäste, zu denen ich auch zählte. Das bedenkenswerte Motto des diesjährigen Empfangs: „Social Life statt Social Media – Dorfkultur in Niedersachsen“. Oder anderes gesagt: Lieber mal wieder öfter mit Mitmenschen persönlich sprechen, als permanent auf dem Mobiltelefon zu daddeln als gäbe es kein Morgen mehr. Ich habe mir jedenfalls angewöhnt, nicht 24/7 erreichbar zu sein, schließlich möchte ich die Zeit mit der Familie oder im Freundeskreis in Ruhe verbringen.
Von Herzen
Ruhe brauchen bisweilen die jungen Menschen, die vom Kinderhospizdienst in Mettmann betreut werden. Wie Sie wissen, arbeitet Aktion Kindertraum schon sehr lange mit verschiedenen Kinderhospizen zusammen und nach Kräften unterstützen wir diese so wichtigen sozialen Institutionen, sie helfen kranken und schwerkranken Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien von Herzen. Da mag es erlaubt sein, etwas zum Wort-Ursprung von Hospiz zu sagen: Im Lateinischen bedeutet hospitium Herberge oder Gastfreundschaft. Im Mittelalter wurden kirchliche Hospize von Pilgern, Reisenden oder Wanderern genutzt. Heute dienen sie mithin der Geborgenheit, der Pflege und dem Schutz für jene Kinder und Jugendlichen, die dessen bedürfen.

Dann ging’s für mich zurück nach Hannover, auch mit dem Stimmkontor in unserer Landeshauptstadt verbindet Aktion Kindertraum eine lange Geschichte voller schöner Momente. Dessen Gründer Michael Helbing ist uns schon lange verbunden, er ist ein weit geschätzter Dozent und Experte für Atemtherapie, Stimmtherapie, neurologische Therapien sowie zur Sprecherziehung und Stimmbildung. Außerdem unterstützt er durch seine Fortbildungen in Ethik und Palliativ Care zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus der palliativen Versorgung. Kein Wunder also, dass wir viele Berührungspunkte haben mit der der Arbeit von Aktion Kindertraum. Außerdem leitet Michael Helbing noch eigene Chöre, zusammen haben wir schon viele Aktionen, etwa in Kliniken, organisiert. Also, zur Einweihung seiner neuen Firmenräume bin ich nur allzu gern gegangen.
Gutes tun
Bleiben wir in Hannover: Der Dartverein Stingrays, beheimatet in der Bezirksoberliga, unterstützt Aktion Kindertraum und hält uns die Treue. Ich konnte Spenden in Höhe von 2.200 Euro entgegennehmen – die Stingrays (Stachelrochen) haben im vergangenen Dezember, den sie „Benefizember“ getauft haben, Spenden gesammelt, dazu kamen noch Startgelder und Erlöse aus Tombolas zu unseren Gunsten. Ich habe die Stingrays bei ihrem Mittwochsturnier besucht und konnte den Sportlern versichern, dass Ihre großzügige Spende bei Aktion Kindertraum gut aufgehoben ist und vor allem Gutes tun wird mit Blick auf Herzenswünsche. Wer war noch an meiner Seite bei diesem kurzweiligen Besuch? Natürlich durfte Twinky nicht fehlen.

Aufregend war zunächst ein „Après Ski-Event“ im schicken Courtyard Hotel, gelegen direkt am Maschsee, das alle zwei Jahre den Empfang und das Gäste-Dinner für die Nicolas Kiefer-Charity für Aktion Kindertraum großzügig ausrichtet. Plötzlich gab es im Courtyard Feueralarm und alle Gäste mussten umgehend das Hotel verlassen – draußen vor der Tür war es eiskalt. Aber: Keiner der Gäste musste frieren, denn sofort wurden vom aufmerksamen, hochprofessionellen Personal Decken an alle verteilt. Die Feuerwehr kam sehr schnell, um keine gravierende Brandursache festzustellen. Und wir konnten alsbald zurück ins Hotel und weiter ging das Netzwerken an einem dann total entspannten Abend.

Inklusive Momente
Kurz danach ging es mit der Kollegin Helga Berndmeyer nach Hamburg – die Staatliche Jugendmusikschule am Hamburger Mittelweg im Stadtteil Pöseldorf hatte gemeinsam mit Aktion Kindertraum unter dem Motto „Aus der Stille in den Klang“ ein einzigartiges, inklusives Konzert mit 400 Besuchern vorbereitet und veranstaltet. Über 80 behinderte und nichtbehinderte Kinder musizierten gemeinsam auf der großen Bühne des Miralles-Saales und begeisterten das Publikum. Mit dabei war die Instrumentalklasse des Projektes „Aus der Stille in den Klang“, das Aktion Kindertraum schon seit einigen Jahren maßgeblich fördert und das diesem inklusiven Konzert sein Motto gab. Winfrid Stegmann, der unermüdlich enagierte und stets optimistische pädagogische Leiter der Staatlichen Jugendmusikschule begüßte enthusiastsich die jungen Musiker und Musikerinnen und das Publlikum.

Mit dabei waren das Streichorchester der Jugendmusikschule, die inklusive Musikgruppe „Fleetenpower“, die bei diesem Konzert ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Zudem waren noch zu hören das Gitarrenorchester des Stadtbereichs Nord und ein Mädchen-Chor sang zum Schluss ein „Abendlied“, das zudem in synchronisierter Gebärdensprache vorgetragen wurde. Und – selbstverständlich und nicht zu vergessen – waren Mädchen und Jungen von „Aus der Stille in den Klang“ unter der Leitung von Elena Kondraschowa aus Hannover angereist, um u.a. den „Hexentanz“ von Nicolo Paganini mit Geigen sowie das „Minuet, KV 1“ von Wolfgang Amadeus Mozart am Klavier zu präsentieren. Das gesamte Konzert wurde vom Hamburger Bürgersender TIDE aufgenommen und kann hier in ganzer Länge genossen werden. Gäbe es doch noch mehr solch‘ wunderbarer inklusiver Momente!

Nachhaltig wirken
Im Februar und im März war ich mit einigen Kolleginnen in ganz Deutschland unterwegs für eine ganz besondere, bundesweite Kampagane von Aktion Kindertraum. Ich war im Norden, Osten, Western und im Süden unseres Landes unterwegs, um Herzenswunsch-Kinder und deren Familien zu besuchen und zu schauen, ob deren sehr unterschiedlichen Wünsche, die teilweise schon lange zurückliegen, nachhaltig wirken – wie wir uns das selbst gewünscht hatten. Mehr sei noch nicht verraten, außer vielleicht, dass diese zehn jungen Menschen auf besondere Art und Weise visuell präsentiert werden. Bleiben Sie gespannt, wir halten Sie auf dem Laufenden.
Und auf dem Laufenden in Sachen Planung haben wir uns ebenfalls bei unserem intensiven Jahresmeeting gehalten – es ist doch immer wieder beruhigend, dass wir so viele aufgeweckte, kreative, zuverlässige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.
Allein war ich dann bei einer großen Klausurtagung des Wirtschaftsclubs, diesmal für zwei Tage in Barsinghausen. Auch hier ging es um die Jahresplanung 2026.

Die beschauliche Provinz musste ich für das doch quirligere Bremen verlassen, mit meiner Kollegin Stefanie Schmeling-Vey besuchte ich dort ein ganz besonderes Therapiezentrum für Kinder, das wir nicht nur wegen seiner Individualität und sehr persönlichen Betreuung schätzen. Hier ist die Beziehung zwischen Kindern und Therapeuten noch ausgeprägt und liebevoll – man spürt einfach, hier geht es nicht um Profit, hier steht der junge Mensch im Mittelpunkt. Es handelt sich um die NART-Therapie, die Neuroaktive Reflextherapie für Kinder mit frühkindlichen Hirnschäden, Verletzungen des peripheren Nervenssystems, Schädel-Hirn-Traumata, spastischen Lähmungen oder schweren Skoliosen. Die NART ist eine Einzeltherapie, die jeweils als Block von zehn Tagen durchgeführt wird. Schon Kinder im Alter von fünf Monaten können behandelt werden. Steffie und ich sind immer wieder verblüfft, was für Fortschritte Kinder mit NART machen können.
Und das sind dann wahrlich Momente, die ein Leben lang wirken.
Herzlichst – Ihre Ute