Jedes Jahr erfüllt unser Team von Aktion Kindertraum mehr als 250 Wünsche. Manche davon beschäftigen uns in besonderem Maße, so wie Sina Friese die Organisation einer Ausfahrt auf der Kartbahn sehr am Herzen lag.
Anfang des Jahres erreichte uns eine ganz besondere Wunsch-Anfrage. Robin Haemisch, Lehrer an der Eickhofschule – einer Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung in Hiddenhausen – wandte sich mit einer Art Gruppen-Wunsch an uns. Einer seiner Schüler hatte die Idee, gemeinsam einen Ausflug auf eine Kartbahn zu machen. Und natürlich war die Begeisterung in der Klasse sofort groß – alle waren Feuer und Flamme! Da so ein Ausflug aber natürlich auch mit Kosten verbunden ist, fragte Herr Haemisch bei uns an. Für uns war schnell klar: Das unterstützen wir auf jeden Fall.
Da ich bislang vor allem mit Wünschen zu tun hatte, die einem einzelnen Kind zugutekommen, freute ich mich sehr darüber, dass ich diesen Wunsch betreuen und wir damit gleich 15 Kindern auf einmal eine Freude machen konnten.

Es ist gut für sich selbst einzustehen
Nach ein paar kurzen Absprachen stand der Termin schnell fest und so ging es für die 15 Schüler, Herrn Haemisch und seinen Kollegen Herr Peper Ende Januar auf zur Indoor Kartbahn Werther. „Ich habe noch nie in meinem Berufsleben so viele strahlende Kinderaugen wie heute gesehen.“, schrieb mir Herr Haemisch im Anschluss an den gemeinsamen Ausflug. Bereits am Morgen seien die Schüler schon ganz fröhlich in den Klassenraum gekommen und waren bei den Besprechungen sehr ruhig und aufmerksam – was sonst wohl sehr selten vorkommt.
Ein besonderer, bewegender Moment ergab sich kurz vor dem Start. Ein Schüler stieg kurz vor dem Start doch wieder aus dem Kart aus. Erst sagte er, dass es ihm nicht gut gehen würde. Während dann alle Schüler fuhren oder zuguckten, hatte Herr Haemisch Zeit, mit dem Schüler ein persönliches Gespräch zu führen. „In diesem Gespräch habe ich ihn in seiner Entscheidung bestärkt. Es ist gut für sich selbst einzustehen, auch wenn seine Mitschüler vielleicht etwas anderes erwarten. Solche Gespräche sind im Alltag kaum möglich, aber da heute alle Schüler mit Fahren oder Zugucken beschäftigt waren, konnte ich mal beobachten und Einzelgespräche führen.“, berichtete mir der engagierte Lehrer im Nachgang.
Der Ausflug wirkte sogar über den Tag hinaus und wurde direkt im Deutschunterricht mit dem Thema „Berichte“ verknüpft. So konnten die Schüler ihre Eindrücke und Erlebnisse noch einmal reflektieren und festhalten.

… und dann war es doch ein toller Ausflug
Finn: „Ich habe mich sehr auf die Kartbahn gefreut. Als wir angekommen sind, hatte ich jedoch Panik und habe mich nicht wohl gefühlt. Deswegen bin ich nicht gefahren, aber ich finde, dass ich mich richtig entschieden habe, denn ich muss nicht fahren. Es war trotzdem spannend zuzugucken und ich konnte mich gut mit Herrn Haemisch unterhalten. Auf der Kartbahn war es sehr laut. Das war aber nicht schlimm. Ich habe mich sehr für Julian gefreut, weil er zweimal gewonnen hat. Der Tag war sehr schön und es hat mir Spaß gemacht.“
Shaban: „Unser Ausflug zur Kartbahn war richtig cool. Schon als ich angekommen bin, hatte ich sehr gute Laune und Lust auf das Fahren. Nachdem ich den Helm bekommen habe und mir kurz erklärt wurde, wie alles läuft, durfte ich endlich auf die Strecke. Als das Rennen gestartet ist, habe ich sofort Vollgas gegeben. Das war dumm von mir, da der Mitarbeiter mein Kart langsamer gemacht hat, was mir gar nicht gefallen hat. Danach war ich sehr sauer, da mich alle überholt haben. Das e-Kart hat mir auch nicht gefallen, aber dann habe ich ein motorisiertes Kart bekommen. Das hat mir viel mehr Spaß gemacht, weil es schneller war. Der Tag war super. Vielen Dank.“
Robin: „Als wir angekommen sind, war ich sehr aufgeregt. Ich habe mich gefreut, Zeit mit meiner Klasse zu verbringen. Dann wollte ich gerne Gokart fahren. Als ich im Kart saß, habe ich mich gut gefühlt. Am Anfang war ich sehr nervös. Es war laut und die Karts waren schnell. Am Anfang hatte ich Herzklopfen, weil ich das erste Mal schnell Gokart gefahren bin. Es war krass. Ich habe mich gut gefühlt und dann haben wir uns zum Schluss alle über Julian gefreut, weil er der Schnellste war und zwei Mal gewonnen hat.“

Julian: „Am 26. Januar 2026 sind wir mit der Klasse zur Kartbahn nach Werther gefahren. Die Stiftung Kindertraum hat uns diesen Ausflug geschenkt. Es war meine Idee, dorthin zu fahren.
Am Anfang fand ich es doof, weil der Mitarbeiter mir gesagt hat, dass ich zu klein bin für ein normales Kart. Die anderen waren viel schneller als ich. Da war ich traurig. Als das Rennen vorbei war, haben meine Mitschüler gefragt, was mit mir los ist. Das fand ich toll, weil sie mir damit gezeigt haben, dass sie hilfsbereit sind. Danach hatten wir 15 Minuten Pause.
Herr Peper hat den Mitarbeiter gefragt, ob ich ein normales Kart fahren kann. Dann ist der Mitarbeiter zu mir gekommen und hat mich gefragt, ob ich ein schnelleres Kart fahren möchte. Ich habe „Ja“ gesagt und dann ist wieder Hoffnung in mir aufgestiegen. Im Rennen wurde ich Erster. Ich hatte die beste Zeit von Allen. Dann bin ich noch das Rennen für Herrn Peper gefahren. Mein bester Freund Finn hat mich unterstützt. Das fand ich sehr nett. Letztendlich habe ich das andere Rennen auch wieder gewonnen und meine Mitschüler fanden das toll. Insgesamt war es dann doch ein toller Ausflug.“
Ein super Start ins Jahr
Die Berichte der Schüler haben uns hier im Büro wirklich große Freude bereitet. Ich fand es einfach schön zu lesen, was so ein Ausflug bei den Jugendlichen auslösen kann und wie ehrlich und authentisch sie über den Tag berichten. Auch Robin Haemisch ging es ganz ähnlich. Er schrieb uns: „Ich glaube, dass Ihre Wunscherfüllung uns einen tollen Start in dieses Jahr ermöglicht hat. Ich nannte diesen Kart-Termin immer den sonderpädagogischen Joker. Schüler, die vorher überhaupt kein Anstrengungsverhalten oder Regelbewusstsein zeigten, haben sich auf einmal von einer Seite gezeigt, die ich vorher nicht von ihnen kannte. Auch wenn der Wunsch nun vorbei ist, bin ich mir sicher, dass wir diese angestoßenen Prozesse auch in Zukunft nutzen werden können.“

Die Erfüllung dieses Herzenswunsches, der zu so vielen strahlenden Kinderaugen geführt hat, war für mich ein echtes Highlight! Genau solche Erlebnisse sind es, die Kindern Mut machen und ihnen zeigen, was in ihnen steckt – nicht nur auf der Kartbahn, sondern auch darüber hinaus.