Liebe Freudinnen und Freunde von Aktion Kindertraum!

Wie könnte es anders sein: Auch im neuen Jahr 2021 beschäftigt uns das Thema Pandemie nicht minder. Direkt oder indirekt bestimmt Covid-19 nun schon seit über einem Jahr unser aller Privat- und Berufsleben. Und Ende vergangenen Jahres sahen wir dann alle „Licht am Ende des Tunnels“, nämlich in Firm von Impfstoffen. Die Politik machte uns große Hoffnungen – wie wir heute wissen zu große Hoffnungen.

Natürlich bin ich froh, dass das nationale Impfprogramm nun langsam aber sicher Fahrt aufzunehmen scheint. Was uns von Aktion Kindertraum jedoch auffällt: Auch in der Pandemie fallen Eltern und Angehörige von schwerstkranken und/oder schwer kranken Kindern – wie diese selbst – durchs Raster der Gesundheitspolitik. Eigentlich sollten diese Kinder, ihre Eltern und Geschwister sowie pflegendes Personal, finden wir, die höchste Covid-Impf-Priorisierung haben, unbedingt. Stattdessen sieht eine jüngste Verordnung des Justizministeriums vor, dass nur zwei Personen aus solch‘ besonderen Haushalten geimpft werden sollen.

Auf Impf-Missstand aufmerksam machen

Das macht nur keinen rechten Sinn – vernünftig und plausibel wäre es eben doch, alle an der jeweiligen Pflege beteiligten Personen schnellstmöglich zu impfen. Nicht nur ältere Menschen gehören in die höchste Impf-Priorisierungsstufe. Und auf diesen akuten Missstand haben wir – neben anderen Organisationen wie etwa der Bundesverband Kinderhospiz – sowohl das Justiz- wie auch das Gesundheitsministerium  aufmerksam gemacht…schauen wir mal, was sich da in den kommenden Wochen tut.

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Daniel de Vasconcelos

Apropos Bundesverband Kinderhospiz, den wir ja schon seit weit über einem Jahrzehnt tatkräftig unterstützen: Er hat einen neuen Bundesgeschäftsführer, Daniel de Vasconcelos, und nun auch ein Büro in unserer Bundeshauptstadt Berlin. Kürzlich habe ich mich gefreut, einmal wieder unterwegs sein zu können und habe ihn dort besucht – und es bleibt selbstverständlich dabei, dass Aktion Kindertraum diesen Bundesverband weiterhin helfend begleiten wird, zum Beispiel durch die Förderung der Grünen Bande oder der mehr als einhundert Weihnachtsfeiern, an deren Ausrichtung wir schon seit langem und sehr gern in vielen Hospizen beteiligt sind.

Ein Laufband, das vielen Kindern helfen wird

Und noch eine Dienstreise führte mich raus aus Hannover, diesmal war es Hamburg, genauer: Es ging zum Therapeutenteam Blankenese und dessen Chefin, Marion Milius. 95% der Patienten sind hier Kinder. Frau Millius selbst und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen zudem regelmäßig in ambulante und stationäre Einrichtungen, um mit schwer kranken, behinderten oder lebenslimitiert erkrankten Kindern therapeutisch zu arbeiten. Nun hat Aktion Kindertraum die Kosten für ein neuartiges Therapie-Laufband (Kostenpunkt: 27.000 Euro) der Hannoverschen Firma Made for Movements übernommen. Dieses Unternehmen ist auf die Entwicklung therapeutischer Hilfsmittel spezialisiert. Gemeinsam mit Marion Milius und Jens Kleine von Made für Movements habe ich mir dieses neue Laufband angeschaut. „Rund 300 Kinder werden in diesem Jahr von dieser neuen therapeutischen Errungenschaft profitieren – dafür danken wir jetzt schon Aktion Kindertraum“, sagt Marion Milius.

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Jens Kleine, Marion Milius und Ute Friese am und auf dem neuen Laufband

In diesem Zusammenhang möchte ich einmal mehr unseren Spenderinnen und Spendern danken, auch in diesen harten Corona-Zeiten halten sie Aktion Kindertraum die Treue. Das finden wir ganz großartig! Ein Baustein war eine Aktion der Sparkasse Hannover, die sogenannten Förderwochen. Auf Instagram konnten sich neun Projekte, darunter Aktion Kindertraum, vorstellen und ein jedes von ihnen hatte bereits eine 1000-Euro-Spende sicher. Für jedes Like gab es zusätzlich 5 Euro, so konnten bis zu 3000 Euro pro Projekt zusammenkommen. We like the Sparkasse Hannover! Und wir finden, dass das eine nachahmenswerte Möglichkeit der Unterstützung ist.

Hurra, Aktion Kindetraum ist jetzt auf Wikipedia

Was wir noch so mögen? Oh, da fällt mir noch etwas ein. Nun hat Aktion Kindertraum endlich einen Wikipedia-Eintrag und was für einen. Großer Dank geht dafür an Robert Exner, der Journalist ist  Aktion Kindertraum schon seit langem verbunden und hat in wochenlanger Arbeit den Wiki-Eintrag möglich gemacht. Diesen zu erstellen ist nämlich ziemlich kompliziert, zudem muss der Eintrag dann noch intern von Wikipedia geprüft und für seriös befunden werden. Gehen Sie doch mal drauf und überzeugen Sie sich selbst. Die freie Internet-Enzyklopädie ist ein gemeinnütziges Projekt, dass nun schon seit über 20 Jahren existiert und sich ausschließlich aus weltweiten Spenden finanziert. Hut ab davor.

Ein besonderer Wunsch – von Herzen erfüllt

Tja, so könnte meine „Ihre Ute“-Kolumne gut gelaunt aufhören…wenn es da eben nicht noch andere Lebensumstände gäbe, die ebenfalls zum Alltag von Aktion Kindertraum zählen. Vor Weihnachten hat uns über unsere Facebook-Seite der Onkel eines sehr schwer kranken, 14-jährigen Jungen, kontaktiert. Ob wir nicht behilflich dabei sein könnten, ihm einen Herzenswunsch zu erfüllen – nämlich eine gerade vorm Fest heißbegehrte und praktisch ausverkaufte Playstation 5 irgendwie zu ergattern. Gesagt, getan, mit Hilfe von Expert in Hannover konnten wir in kurzer Zeit diesen Wunsch Wirklichkeit werden lassen. Nun erreichte uns kürzlich die Nachricht der Eltern – der Junge ist verstorben. Solche Nachrichten holen uns immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und machen uns immer wieder klar: Unser Auftrag ist es eben, gerade solchen Kindern, ihren Geschwistern und ihren Eltern zu helfen. Dass wir dies immer wieder leisten können, machen die zahlreichen Förderer und Unterstützer von Aktion Kindertraum möglich.

In diesem Sinne:

Ihre Ute.