Emily liebt Schiffe und das Meer. Die Vorstellung, neue Länder und Städte von einem großen Schiff aus zu erkunden, lässt ihre Augen leuchten. Deshalb träumte sie davon, einmal mit einem Schiff der AIDA-Flotte eine Kreuzfahrt zu machen.
Im Juni 2025 war es soweit: Im Hafen von Palma de Mallorca legte die AIDA Cosma mit der 11-jährigen Emily an Bord zu einer Mittelmeer-Rundfahrt „Mediterrane Schätze“ ab.

Viel zu tun vor dem Start
Bevor die Reise starten konnte, gab es einiges für mich zu tun.
Im Juli 2024 kam der von der Familie ausgefüllte Fragebogen bei uns an. Zunächst klärte ich mit Emilys Mutter noch alle offenen Fragen:
- Wer fährt alles mit?
- Haben alle gültige Ausweisdokumente?
- Wann soll die Reise starten?
- Von welchem Flughafen? Welche AIDA-Route kann es sein?
- Benötigt Emily einen Rollstuhl?
- Muss es eine besondere Kabine sein?
- Gibt es sonst weitere Dinge, die wir beachten müssen?
Am Ende war klar:
- Der Abflughafen ist Stuttgart.
- Es sollen die Route „Mediterrane Schätze“ mit der AIDA Cosmasein.
- Die Reise für Emily, ihre Schwester und die Eltern startet Anfang Juni 2025.
- Eine rollstuhlgerechte Kabine ist nicht nötig.
- Den Rollstuhl melden wir aber zur Sicherheit an.
Am letzten Tag vor meinem Sommerurlaub Ende August machte ich die Buchung fest.
Die Wunschkoordinatoren reisen in Gedanken mit

Vor der Reise schickte ich Emily noch unseren Twinky, damit unser Glücksbringer sie auf ihrer großen Fahrt begleiten kann.
Gott sei Dank gab es weder beim Hin- noch beim Rückflug keine Streiks oder sonst irgendwelche Hindernisse für Reisende.
In Gedanken reisen wir Wunschkoordinatoren immer mit unseren Familien mit. Zumindest sind wir sehr dankbar, wenn wir an den Reisetagen nichts von den Familien hören, weil wir dann davon ausgehen können, dass sie gut angekommen sind und alles geklappt hat.
Viele schöne Erinnerungen
Nach ihrer Rückkehr schrieb Emilys Mutter begeistert eine E-Mail:
„Wir hatten eine wunderbare Zeit auf der AIDA Cosma und haben wundervolle Sonnenauf- und -untergänge gesehen. Man fühlt sich unfassbar frei, wenn man auf das weite große Meer blickt.
Das Auslaufen aus den Häfen war auch total magisch, die Auslaufmusik wurde abgespielt und wir wurden von sehr vielen Möwen begleitet. Wir waren auch sehr oft im Infinty-Pool und haben die Aussicht aufs Meer genossen.
Am meisten hat es uns an den Stränden auf Sardinien und Korsika gefallen. Der Strand war weiß und das Wasser wunderschön.
Emily hat die Zeit an Bord genossen, anfangs war sie noch sehr unsicher, aber als sie die anderen Rolli-Fahrer an Bord gesehen hat, glaube ich, ging es ihr damit besser, dass wir auch mit Rolli unterwegs sind.“

Emily selbst schrieb uns einen Brief, in dem sie aus ihrer Sicht erzählt, was ihr am meisten gefallen hatte auf ihrer Mittelmeer-Traumreise und wie sehr sie es genossen hatte.
Manche Träume bleiben Träume
Emily weiß, dass einige ihrer Träume für immer Träume bleiben werden, denn das Mädchen leidet an der erblichen Muskelschwäche vom Typ Landouzy-Déjerine (FSHD). Diese seltene Erkrankung betrifft vor allem die Muskeln in den Schultern, Armen und den Beinen. Sie verläuft schleichend und in den meisten Fällen treten die ersten Symptome im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter auf.
Bei Emily machten sich die ersten Symptome bereits im Alter von 10 Jahren bemerkbar. Seitdem fällt ihr das Tragen der Schultasche, das Schreiben im Unterricht oder längere Fußwege zunehmend schwer. Sportliche Aktivitäten, die für andere Kinder selbstverständlich sind, sind für Emily unerreichbar. Dadurch fühlt sich Emily oft ausgrenzt, was sie sehr traurig macht.
Doch Emily kämpft nicht nur mit den körperlichen Herausforderungen. Ihre Erkrankung belastet sie auch psychisch stark, denn die Ungewissheit über den Verlauf der Krankheit macht ihr große Angst. Wie schnell wird der Abbau der Muskeln voranschreiten? Wird Emily eines Tages gänzlich auf einen Rollstuhl und dauerhafte Hilfe angewiesen sein?
Diese Fragen beschäftigen das Mädchen sehr. Was die Last auf ihren jungen Schultern zusätzlich beschwert, sind Mobbingerfahrungen in der Schule.





Was bleibt?!
Wir wollten Emilys Wunsch unbedingt erfüllen, solange sie noch die Kraft dazu hat, solch eine Reise zu machen und dabei nicht dauerhaft auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
Für das Mädchen war diese Kreuzfahrt ein großes Abenteuer und vor allem eine Zeit, in der sie ihre Sorgen und die Belastungen ihrer Erkrankung für eine Weile vergessen konnte.
Für mich bleibt Emilys Reise so sehr in Erinnerung, weil sie gute Erfahrungen gemacht hatte, die sich nachhaltig auf ihre emotionale Entwicklung auswirkten. Ihre Mutter erzählte, dass Emily nach das Reise bereit war, eine Reha zu machen. Vorher lehnte sie das strikt ab.
Sie merkte, dass sie nicht allein ist mit ihren Einschränkungen, denn an Bord waren einige andere Rollstuhlfahrer.
Sie merkte, dass man auch mit körperlichen Einschränkungen Traumreisen machen kann.
Sie merkte, dass sie nicht allein ist und Träume keine Grenzen kennen.